Berlins berühmte Clubszene gilt seit langem als eine der besten der Welt. Eine neue Studie hat jedoch gezeigt, dass das Berliner Nachtleben nicht nur einen wesentlichen Bestandteil des „armen, aber sexy“ Gewebes der Stadt darstellt, sondern auch einen sehr realen wirtschaftlichen Wert hat, der mit seiner unermesslichen Straßengüte mithalten kann.

Berlins Clubszene, die direkt neben Bundestag, Currywurst und Brandenburger Tor rangiert, hat sich in den letzten Jahren zu einer großen Touristenattraktion entwickelt. Allein drei Millionen Menschen pro Jahr reisen in die Hauptstadt, um ihre Clubs zu besuchen.

Berlins Nachtleben – mit Schlagzeilen von Clubs wie Berghain, Tresor und Sisyphos – hat der Stadt einen Partyruf verliehen, mit dem nur wenige andere Weltstädte mithalten können.

Doch während Touristen von dem Ethos des Berliner Nachtlebens angezogen werden, zeigen neue Forschungsergebnisse, dass die Nachtlokale der Stadt der historisch angespannten Stadt einen erheblichen wirtschaftlichen Wert verleihen. 

Wirtschaftlicher Wert der Berliner Vereine

Eine neue Studie von der Club Commission in Auftrag gefunden , dass die Clubbesucher durchschnittlich knapp über verbrachten € 200 pro Tag – sowohl direkt in den Vereinen und in Hotels, Bars und Restaurants – Hinzufügen von bis zu insgesamt knapp € 1,5 Milliarden im Jahr 2018.

Insgesamt erzielten die Clubs selbst 168 Millionen Euro – sowohl direkt in den Clubs als auch in Hotels, Bars und Restaurants – zum Beispiel für den Verkauf von Lebensmitteln und Getränken oder für die Beschäftigung lokaler Vertragspartner. 

Die Summe der Berliner Clubs ist jedoch etwas unterschiedlich: Nur 11 der 280 Ausgehlokale machen mehr als 2 Millionen Euro aus . Der Rest wird im Durchschnitt zwischen € 100.000 und € 250.000. 

Die Berliner Clubkommission schätzt, dass 9.040 Menschen direkt in der Clubszene tätig sind, Tausende davon indirekt.

“Kreativwirtschaft ist nach wie vor Berlins größte”

“Die Kreativwirtschaft ist nach wie vor Berlins größte und die Clubs sind eine ihrer wichtigsten Säulen”, sagte der Sprecher der Clubkommission, Lutz Leichsenring.

Menschen reisen aus ganz Europa an, um Berlins Nachtlokale zu besuchen – rund 280 nach Angaben von Goldmedia sowie “informelle” Veranstaltungsorte – und kommen häufig mit Billigfluglinien aus weit entfernten Städten an.

Die Zahlen enthielten auch eine Überraschung für alle, für die die Wörter “Berlin” und “Techno” unzertrennlich sind.

Elektronische Musik aus diesem Genre war nur der drittbeliebteste Stil, der 2018 gespielt wurde. 40 Prozent der Clubs gaben an, sie spielten ihn, während House- und Indie-Rock und -Pop mit jeweils 47 Prozent den ersten Platz belegten.

In der Zwischenzeit bot eine Altersunterscheidung allen Trost, die sich Sorgen machten, in den kleinen Stunden in einem abgedunkelten Raum herumzustapfen, möglicherweise nur die frischesten Gesichter, da die Clubber im Durchschnitt 30,2 Jahre alt waren.

Die Studie ergab, dass rund 9.000 Menschen in der Berliner Clubszene arbeiten, viele von ihnen mit einem relativ prekären “Minijob” -Vertrag von maximal 450 Euro pro Monat.

Die Berliner Stadtregierung hat im vergangenen Jahr einen Fonds in Höhe von 1 Million Euro bewilligt, mit dem Nachtclubs die Schalldämmung bezahlen und Mitarbeiter einstellen können, um ihre wilden Gönner zu beruhigen.

Könnte die Party bald vorbei sein?

Für die Berliner Clubs zeichnen sich jedoch einige dunkle Wolken ab, auch wenn das Geschäft boomt. Vertreter der Clubkommission argumentieren, dass Gentrifizierung und ein komplizierter Lizenzierungsprozess die Branche erheblich belasten können. 

Da die Kosten für Berliner Immobilien in der ganzen Stadt steigen und sich entwickeln, befürchtet Leichsenring, dass dies für einige der bekanntesten Veranstaltungsorte der Stadt den letzten Schluck bedeuten könnte – und den kulturellen und wirtschaftlichen Nutzen, den sie bieten. 

Die Clubkommission hat sich für die Umsetzung eines “Agent of Change” -Prinzips ausgesprochen, ähnlich dem in London verabschiedeten.

Dies erfordert, dass Bauherren in eine Anlage in der Nähe eines Clubs investieren, um Lärmschutz und Isolierung bereitzustellen und so die Wahrscheinlichkeit von Lärmbeschwerden zu verringern. 

Dies ändert das derzeitige System, in dem Lärmbeschwerden einen Club schließen können, unabhängig davon, wie lange der Club dort ist oder wie wichtig es für die lokale Gemeinschaft ist. 

“Wenn heute in Berlin neue Häuser gebaut werden, sind am Ende die Vereine schuld, wenn es Beschwerden gibt”, sagte Leichsenring der Berliner Morgenpost . 

“Die Clubszene selbst ist ein wichtiger Arbeitgeber und eine wichtige Branche, aber noch wichtiger ist ihre Rolle als Puls der Stadt.”